Gestern Abend, kurz nach 21:00 Uhr: Ich jogge gemütlich vom Paderborner Haxtergrund durch das Ellerbachtaal in Richtung Dahl. Kopfhörer auf, gute Musik, lockeres Tempo. Auf einmal – kurz nach dem Reiterhof – „Wusch“ – „riesige“ Flügel sausen etwa 20 Zentimeter über meinem Kopf daher. Schock. Die Pulsuhr zeigt eine deutlich angestiegene Herzfrequenz. Kopfhörer runter – Arme und Hände über den Kopf. So viel weiß ich noch über plötzliche „Luftangriffe“. Ich drehe mich um und entdecke einen Bussard, der gerade wieder zum Sturzflug ansetzt. Mit lautem Gebrüll und ordentlichem Rumgefuchtel der Arme kann ich ihn kurzzeitig abwenden. Aber der stolze Flieger meint es ernst: Sechs mal setzt er unter lautem „Schimpfen“ zur Attacke an. Und das Kreischen eines Bussards ist echt respekteinflößend, das kann ich Euch sagen! Jedes Mal kann ich ihn erst kurz vorher verscheuchen. Natürlich lasse ich meinen gefiederten Freund keinen Moment mehr aus den Augen. Irgendwann wird es ihm wohl zu dumm oder ich bin ihm weit genug entfernt. Auf jeden Fall lässt er sich auf einem Baum nieder. Ich laufe, natürlich mit extrem gespitzten Ohren und unter ständigem Umdrehen weiter. Der Puls beruhigt sich langsam. Glück gehabt!

Zu Hause angekommen erst mal die Internetrecherche: Warum hat der Vogel das wohl gemacht? Vielleicht war er sauer, weil ich einen Hasen aufgeschreckt habe, den er als Beute ins Visier genommen hatte. Dann muss der „Futterdieb“ natürlich vertrieben werden! Oder er hatte in der Nähe seinen Horst, den er verteidigen wollte. Da bei mir (Danke für den Tipp, liebe Twitterer) keine Verwechslungsgefahr mit einer Maus besteht, hat er mich wohl auch nicht als Beute gesehen.

Meine Lehre: Ich werde diese Strecke in Zukunft erst einmal meiden, da sich der Bussard offensichtlich sehr gestört fühlte! Und: Ich habe echt Glück gehabt! Greift ein Greifvogel mit seinen Krallen erst mal zu und pickt er mit seinem scharfen Schnabel, dann gibt es nicht selten böse Wunden. Gelegenheit hätte er beim ersten Anflug gehabt, aber das sollte wohl erst einmal eine Warnung sein.

Da lobe ich mir doch das friedliche Eulenbaby, das ich vor einigen Wochen beim Hundespaziergang entdeckt habe. Da es direkt am Weg und nicht besonders hoch auf einem dünnen Ästchen saß, habe ich erst mal die Adlerwarte in Berlebeck angerufen. Dort war man der kompetenten Meinung, dass die Mini-Eule wohl zurecht  kommt. Und so ist außer dem Erinnerungsfoto nichts weiter passiert.

Also Jogger und Geocacher: Augen auf beim Walddurchlauf! Auf den Helm werde ich beim Cachen und Joggen auch weiterhin verzichten.

 

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