Mal über die überwiegend schönen Seiten unseres Hobbies nachdenken, dass finde ich mehr als nur gut!! Daher habe auch ich mich am WE mal hingesetzt und überlegt, was mir eigentlich so viel Freude an der Sache bereitet … so viel, dass man auch bereit ist bei all den heißen Themen mit am Ball zu bleiben (die hier aber jetzt nix zu suchen haben J).

Die Antwort war bzw. ist eigentlich ganz einfach:

Ich bekam vor ca. 2 ½ Jahren ein Garmin etrex von meinen Freunden geschenkt. „Was ist das denn!“ fragte ich da noch unglaubwürdig. Zwar wurde ich gleichzeitig mit entsprechender Lektüre zum Selbstnachlesen ausgestattet, aber so richtig beantworten, wie und was ich damit nun alles anstellen kann, dazu war niemand im Stande. So lag das Ding erst mal ein Jahr bei mir zu Hause rum. Hintergrund bzw. Hintergedanke dieses Geschenks war damals der Wunsch meiner Freunde, mich wieder nach draußen zu bekommen. Nach einer für mich sehr schweren Zeit, lag es ihnen irgendwie am Herzen, das Unmögliche möglich zu machen und mich wieder in die „alte“ Freundin zu verwandeln.

Nachdem ich ein Jahr benötigte, um das Gerät an den Start zu bekommen – Technik die Frauen manchmal nicht begeistert – war ab dem ersten Dosenfund dann kein Halt mehr. Ich hab es genossen, endlich wieder draußen zu sein. Ganz zu schweigen von dem Teckel, der nunmehr täglich voll auf seine Kosten kam. Noch dazu fand ich es gut, dass ich all diese Dinge unter einem gewissen Deckmantel tun konnte und mich somit Schritt für Schritt wieder in die Normalität zurückbugsieren konnte. Ganz nach eigenem Befinden und Empfinden konnte ich Kontakt mit anderen Cachern aufnehmen. Erst geheim, später auch live vor Doseort!

Hinzu kamen all die Rätsel mit ihren Anregungen sich für Neues zu begeistern. Auch etwas, wo man sich nicht immer unbedingt allein durchboxen muss, sondern wo der Freundeskreis schon oft mit einbezogen wurde und bei dem lustige Rätselabende entstanden sind.

Im Laufe der Zeit und nach vielen tollen Gesprächen und Kontakten mit Gleichgesinnten, habe ich festgestellt, dass dieses Hobby nicht nur bei mir zur Verbesserung meiner Lebensqualität beigetragen hat, sondern das viele andere auf ähnliche Art und Weise zur Dosensuche gekommen sind. Das Schöne daran ist, dass man zu jedem Zeitpunkt selbst bestimmen kann, ob und wie man aus der Anonymität heraustreten möchte und somit selbst den Schritt von einem unbekannten Avatargesicht zur eigenen Persönlichkeitspräsenz gehen kann, wenn man das überhaupt möchte.

Cachen bedeutet für mich heute, Spiel, Spaß und Spannung! Vor allem aber auch Bewegung und Zeit an der frischen Luft in der Natur. Etwas was vielen, nicht nur jungen Leuten die sich in PC-Games verlieren, heute schwer fällt oder durch beruflichen und/oder familiären Stress kaum noch aus eigenen Stücken wahrgenommen wird. Da hetzt man sich ab zu diversen Terminlichkeiten die mitunter auch zum Bewegungsglück beitragen oder dem psychischen Druck entgegenwirken sollen, und vergisst dabei ganz den Spaß an der Freud. Beim Cachen ist das in meinen Augen ganz anders. Von „jeder kann“ bis „keiner muss“ ist hier alles erlaubt. Wen von den Freiluftmuffeln, Bewegungslegasthenikern, Sightseeing-Geschädigten und Kontaktscheuen hat es nicht schon alles wieder in die Welt hinaus gezogen, nur weil auf der anderen Seite des Waldes eine Tupperdose zu finden war. Kinder gehen wieder gern mit Ihren Eltern spazieren. Ältere Menschen verzichten mit Freude auf ihre Canasta-Runde. Vom Beruf geplagte Individuen fallen nicht mehr vor lauter Erschöpfung auf das Sofa, sondern suchen den Dosen-Kick nach Feierabend, ganz egal, ob man auf einmal ½ oder 1 Stunde seiner Zeit für die Suche opfern muss. Ich könnte noch unzählige solcher Beispiele finden. Fest steht doch, nach jedem Fund macht sich ein Stückchen Glück ins uns breit.

Für mich war das Cachen aus erster Sicht also eine Art Medizin und ich bin heute meinem Freundeskreis noch unendlich dankbar für diese schöne, handgroße, gelb-schwarze Pille, auch wenn die mich jetzt immer weniger zu Gesicht bekommt ;)! Und deshalb feiere ich jedes Jahr erneut meine ganz eigene Art des Frühlingerwachens.

 

 

 

 

 

 

 

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