Früher waren wir Geocacher eine kleine  Gemeinschaft. Naja, Gemeinschaft ist etwas übertrieben, schließlich kannte man die anderen ja nur aus den Log-Einträgen. Schließlich hat man so gut wie nie einen anderen Geocacher in freier Wildbahn getroffen. Also: Allein-Individualist.

Früher durfte man wenigstens alles. Da gab es keine Nachfache-Verbote, keine Betretungsauflagen und keine Vorschriften für dies und das. An die Regelwerke musste man sich auch nur so ungefähr halten. Außerdem gab es noch keine Naturschutzgebiete, keine Privatgrundstücke, keine sensiblen Stellen. Da konnte man das Hobby Geocaching noch so ausleben, wie man wollte. „Recht ist, was mir recht ist!“, und das mit gutem Recht!

Früher waren wir Geocacher ein Geheimbund. Muggles hatten keine Vorahnung von unserem geheimen Treiben. Da musste man sich nicht mit Behörden, Grundstückseigentümern, Jägern, Förstern und anderen Menschen auseinandersetzen. Einfach los: Legen und suchen! So einfach war das damals.

Früher gab es nur schöne Geocaches. Na gut, da musste man schon mal in die Nachbarstadt, um einen neuen Cache zu finden. Am Heimatort gab es ja nur ein oder zwei. Dafür wurde man aber mit echtem Abenteuer belohnt, mit Dosen, die man nie zuvor gesehen hatte und die man nur mit vor Staunen geöffnetem Mund loggen konnte. Nicht weil sie so einmalig waren, sondern weil sie so vereinzelt daherkam. Da waren die Cacher-Sinne noch geschärft! Nicht so wie bei der heutigen Dosen-Inflation! Außerdem konnte man einfach suchen, denn Auswahl gab es ja keine. Da musste man auch nicht erst unter Zuhilfenahme zahlreicher Statistik-Tools am Rechner filtern und planen, sondern konnte einfach mal losfahren.

Und wenn man auf einem der seltenen Events am Lagerfeuer –  zu dem man übrigens noch ohne einen Cent in der Tasche gehen konnte – mit noch älteren Hasen ins Gespräch kam, dann war schnell klar: Früher war damals auch schon alles besser!

PS: Mir egal, ich suche und freue mich weiter über Dosen.

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