Das war‘s dann also: Wenige Wochen nach Erscheinen unserer Waldrunde „Einfach klassisch“ sind alle Caches auch schon wieder archiviert. Offenbar hatte ich mich beim Legen der Runde zu sehr darauf verlassen, dass es hier nicht so leicht Probleme geben würde, weil es sich ja nicht um ein Naturschutzgebiet handelt und ich ja auch gezielt „klassische“, also leicht zu entdeckende traditionelle Verstecke gewählt hatte. Außerdem hatte ich in jedes Listing die Aufforderung aufgenommen, mit der Natur vorsichtig und verantwortungsbewusst umzugehen. Auch der Status als Premium Member-Caches (den ich allerdings anfangs ganz vergessen hatte, bei der Bearbeitung der Listings anzuklicken) sollte verhindern, dass hier die Cacher in Scharen durch die Natur brechen.

Trotzdem gab es leider schon recht schnell Ärger: Dabei kann ich die Kritik an den Verstecken Nr. 1 und Nr. 4 durchaus nachvollziehen, jedenfalls was die Schädigung der Natur angeht. Da habe ich mich wohl etwas zu sehr von meiner eigenen Begeisterung für solche Klettertouren hinreißen lassen, die eben doch deutliche Spuren im Wald hinterlassen. Auch die überwucherten und verwilderten Wege, von denen ich so angetan war, haben offenbar nicht jedem gefallen. Aber das ist natürlich auch Geschmackssache und sie sind als Wege auf meiner Karte eingetragen, also müsste man dort eigentlich auch langgehen dürfen. Dass es auch an anderen einzelnen Dosen Kritik geben würde, hatte ich wirklich nicht erwartet. Auch mit dem so schnellen Auftreten von Konflikten mit Förstern und / oder Jägern hatte ich dann doch nicht gerechnet.

Daher habe ich die Runde diese Woche wieder stillgelegt, um nicht eine vermeidbare Schädigung der Natur zu verursachen, um keinen Ärger mit Förstern / Jägern zu provozieren und um zu vermeiden, dass unser Hobby in ein noch schlechteres Licht gerät.

Natürlich begeistert mich diese Entscheidung nicht, da ich ja auch viel Zeit und Engagement in die Vorbereitung und Ausarbeitung gesteckt hatte. Meine Hoffnung war, dass viele Cacher hier einige schöne Stunden auf leicht abenteuerlichen Wegen in einem schönen Waldstück verbringen und dabei abwechslungsreiche Aufgaben lösen, die den meisten auch Spaß machen sollten. Daher bin ich natürlich schon ziemlich enttäuscht, dass ich jetzt nach nur kurzer Zeit alles wieder einsammeln kann. Eine Verlegung einzelner Dosen wäre aber wohl kaum eine Lösung gewesen, wenn der Ärger mit den Vertretern der Forstverwaltung oder der Jägerschaft schon begonnen hat.

Es bleibt aber doch ein recht bitterer Beigeschmack, wenn ich die Runde archiviere, um die Natur nicht zu schädigen, während im gleichen Wald gerade die Jäger ohne Rücksicht auf Verluste durchs Gehölz brechen und die Holzwirtschaft aus rein materiellen Interessen umfangreich abrodet. Im Vergleich dazu sind einige Suchspuren an Baumstümpfen und vereinzelte Cacher-Pfade geradezu lächerlich. Natürlich ist es kein sinnvolles Argument zu sagen: Wenn andere die Natur massiv und in großem Umfang schädigen, kann ich das in geringerem Umfang ja auch tun. Trotzdem bleibt die Frage: Habe ich hier wirklich vor allem verantwortungsbewusst gehandelt, um die Natur nicht zu schädigen? Oder bin ich nicht eher eingeknickt vor den egoistischen Interessen anderen Gruppen, die sich jetzt ins Fäustchen lachen, dass die (vergleichsweise harmlosen) Cacher jetzt wieder aus „ihrem“ Wald verschwunden sind, sodass sie ungestört weiter jagen oder abholzen können?

Und: Wenn es jetzt sogar, schon Kritik gibt an Verstecken wie hohlen Bäumen, Baumstümpfen oder Wurzeln, wo können wir dann überhaupt noch etwas verstecken? Wenn einige Meter Weg in den Wald (und damit meine ich NICHT die Caches Nr. 1 und Nr. 4) schon als zu weit kritisiert werden, sollen wir dann also wirklich nur noch Dosen in möglichst offensichtliche Verstecke ein oder zwei Meter neben den Weg legen, auch wenn es sich nicht um ein Naturschutzgebiet handelt?

Dann blieben wohl nur noch die allseits bekannten Verstecke unmittelbar am Wegrand, die man aus der Ferne schon erkennen kann und die deshalb auch entsprechend oft gemuggelt werden, weil man eben selbst dort Suchspuren sieht. Daher könnte man dort wohl auch nur noch Filmdosen oder Petlinge unterbringen, die man alle paar Wochen erneuern kann (wenn man genug Zeit und Geld hat), aber keine größeren Dosen, die auch etwas wertvollere Gegenstände enthalten (wie z.B. die Spieluhren der „Einfach-Klassisch“-Runde).

Natürlich können auch diese reinen Petling-Runden ohne jedes Verlassen der Wege wirklich nett sein, wenn es auf attraktiven Strecken durch schöne Natur geht. Aber das ganz große Cache-Erlebnis sind sie dann meistens (zumindest für meinen Geschmack) dann doch nicht. Wenn ich aber mal einen kritischen Blick auf unsere eigene Favoritenliste werfe, entdecke ich gleich reihenweise Dosen, die die ganz strengen Kriterien (Verstecke möglichst nah am Wegrand, Vermeidung von Suchspuren) nicht erfüllen und trotzdem zu unseren Lieblings-Caches gehören. Lauter Umweltsünden…

Fazit: Die Archivierung der Runde aus den genannten Gründen war vermutlich letztendlich richtig. Begeistert jubeln kann ich aber nicht, dafür bleiben (neben der Enttäuschung über das frühe Aus) dann doch zu viele Fragezeichen.

Markus