Im Paderborner Umland gibt es ja für die geneigte Zielgruppe der Geocacher einige interessante Herausforderungen. Sei es den scheinbaren aussichtslosen Kampf gegen die immer größer werdende Säulenpest, die persönliche Höhenmeterstatistik an den T5ern im Kreisgebiet steigen lassen oder die mehr als „fragwürdigen“ Fragezeichen, die uns so gerne Kopfschmerzen bereiten. Für einige sind es aber gänzlich andere Herausforderungen die bestanden werden wollen.

Und so zogen einige abenteuerlustige Dosensuchergesellen zum Padersee, um mit dem Paderborner-Ruderbingo zu beginnen. Dieses Ruderbingo verbindet die 3 Geocaches, die mittels eines Bootes auffindbar sind. Darunter befindet sich „Am Jadebusen“ im Padersee, der „Rudercache“ bei den Fischteichen von Paderborn und last but not least die „Schatzinsel“ beim Lippesee.

Die Idee für dieses Abenteuer voller Ru(h)m, Ehre und Seemannsgarn entstand vor einiger Zeit an einem eher abenteuerfreien Ort. Gemeinsam mit Polli1008, der gerade bei meiner Arbeitsstelle seinen Zivildienst ableistet, wurde der Plan geschmiedet einen besonderen Cache aufzusuchen, um ihn in die Welt des Dosensuchens einzuführen. „Gesagt, getan“ heißt es ja und so wurde ein passendes Vehikel gesucht. Bei Polli fand sich glücklicherweise die  „MS Starlight“ im Keller und nach kurzen Zwitschern verfügten wir auch über passende Paddel für unsere Mission „Gummiboot“. Vielen Dank Schwarztaucher, noch einmal auf diesem Wege. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir blöderweise noch nicht, dass es besser Mission „Cold Water“ hätte heißen sollen. Um unsere Crew noch zu vervollständigen nahmen wir den Jungcacher Xenor 25 und merlyn_thomas mit.

Als wir uns zur verabredeten Uhrzeit am abgesprochenen Ort trafen, waren alle bestens gelaunt und mit fleißiger Unterstützung von merlyn_thomas` Leichtmatrosen war die „MS Starlight“ schnell aufgepumpt. Fix noch die mitgebrachten weiblichen Matrosen mit Sicherheitswesen (Sicherheit geht schließlich vor 😉 ) ausgestattet und ab ging es zum Stapellauf. Glücklicherweise hatte das nahe Café schon geschlossen und so zeigte sich der Padersee uns von seiner nächtlichen Seite. Der auffrischende Wind vermittelte uns ein wenig das Gefühl von Nordseetaufe. Wären die aufgescheuchten Wasservögel Lachmöwen gewesen, hätten sie es bestimmt leicht gehabt ihren Namen in die Tat umzusetzen.  Als die „MS Starlight“ das erste Mal nach langer Zeit wieder eine Handbreit Wasser unter dem aufgepumpten Kiel hatte, betraten wir (Polli1008 und ich) mit erst noch zögerlichen Schritten das Boot und nahmen Platz. Polli bekam die Aufgabe des Navigators und meine Wenigkeit wurde als Heckmotor eingesetzt. Die restliche Crew wurde zum Landrattendienst verdonnert und spielte  für uns „Leuchtturm“.

Da saß ich nun in einem Gummiboot dessen Auftriebskraft nicht gerade Mut vermittelte und mein Navigator trug zur besseren Wärmeisolierung seine alten Reithosen. Machen wir uns nichts vor, dass sind nicht die Dinge aus dem der Stoff von Abenteuer sind.  Aber ich hätte es ja besser wissen müssen.

Dann ging eigentlich alles sehr schnell. Nachdem wir kurzzeitig unseren Kurs korrigieren mussten, waren wir am Ziel unseres Seegangs. Die Wasserfontaine des Padersees lag in mitten der Nacht vor uns. Über uns die Sterne und unter uns getrennt von ein wenig Gummi und ein paar Bar Luft der Padersee. Nach kurzer Begutachtung der Fontaine (nein, sie war natürlich ausgeschaltet) konnte Polli den Fund vermelden. Da uns Thomas klugerweise mit einem neuen Logbuch ausgestattet hatte, konnten wir unseren Fund auch dokumentieren. Im Nachhinein muss ich sagen hätte ich mal einen Petling dalassen. Dann würden nachfolgende Cacher in den Genuss kommen ein trockenes Logbuch vorzufinden. Die nassen Reste des alten Logbuchs entsorgten wir natürlich an Land. Nach dem obligatorischen „Wir habe Ihn“ an die wartende Meute am Strand, paddelten wir zurück. Dort angekommen wurden wir eifrig begrüßt und konnten unseren  ersten Erfolg im Ruderbingo kräftig feiern.

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Zurück zum Parkplatz mit den Cachemobilen wurde die Luft aus dem Boot genommen und wir brachen auf zu neuen Abenteuern. Schließlich war nicht überall die Luft raus. Die mitgebrachte Leiter im Auto ermöglichte uns noch einen kleinen „Absacker“ im Riemekepark, um uns ins Logbuch der „Räuberleiter“ einzutragen.

Sicherlich haben wir nicht an diesem Abend die meisten Statisikpunkte verdient, aber Geocachen hat wieder einmal gezeigt was es ist: Einfach ein super Hobby bei dem man mit netten Leuten nicht ganz alltägliche Abenteuer bestehen kann.

Danke an das super Team, und ich hoffe, dass wir uns die anderen beiden auch noch gemeinsam für unser „Ruderbingo“ holen.

Viele Grüße

Navarion

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