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Geocacher 1.0 – Ein Nachruf

Ich selbst habe ja erst 2007 angefangen zu cachen, aber da die Anzahl der Geocacher nicht linear, sondern exponentiell gewachsen ist, spüre auch ich bei gerade mal 5 Jahren “Erfahrung” einen deutlichen Unterschied.
Die ersten – aus heutige Sicht – Rotzdosen haben früher noch zu einem Spannungskribbeln in der Magengegend geführt. In 5 Jahren ist der Anspruch aber stetig gestiegen. Entweder man ist zum reinen Statistik-Cacher geworden, weil eine Dose pro Woche nicht mehr reicht, oder man sucht permanent nach dem Kick. Nach Wathosen-Caches, Elektronik-Caches, Nachtcaches, bleibt dann noch die Kombination mit Terrain 5. Höher, schneller, weiter, gefährlicher, illegaler, abgefahrener. Langweilig! Alles schon gesehen.
Wenn man schon so weit ist, hat man es sehr schwer noch Gefallen am Hobby zu haben, da die Qualität der Caches nicht gerade ansteigt.
Aber was ist denn überhaupt ein Qualitätscache? Mir haben die simplen Multis, wo es nur in Metall geschlagene Koordinaten zu suchen galt, auch immer Spaß bereitet.
Wer als “Anfänger” jetzt einen solchen Cache legt, muss sich einiges von den “alten Hasen” anhören: “Hätte mir mehr gewünscht. Hätte man schöner machen können. Nicht sehr anspruchsvoll…”, oder man hört eben nichts: “Danke. TFTC.”
Die Anforderungen sind hoch, um den Maßstäben der Qualitätscacher gerecht zu werden. So sind die vermeintlichen Rotzdosen teilsweise gar keine, denn sie werden ja mit großer Beliebtheit von Cachern geloggt, dessen Maßstäbe etwas anders gewählt sind.
Ich beobachte einen klaren Trend zum Micro-Tradi für jedermann, da es dazwischen kaum noch Spielraum gibt für Caches, die man als “alter Hase” gut finden kann. Der “alte Hase” wird wohl irgendwann resigniert aufgeben, sich ein neues Hobby suchen, oder tolerant zum Cacher 2.0, 3.0 oder 4.0 werden müssen.
Was mache ich? Ich versuche mich auf das zu besinnen, was ich eigentlich am Geocaching toll finde, nämlich draußen in der Natur zu sein. Ich versuche meine Erwartungshaltung nicht zu hoch zu schrauben und auch simple Stationen toll zu finden. Nicht jeden Tag cachen zu gehen, weil man es MUSS, sondern dann zu cachen, wenn man darauf Lust hat.
Und wenn ich irgendwann keine Lust mehr habe, dann endet es auch nicht mit einem Knall, irgendeinem Eintrag im Forum, oder wildem Geschimpfe auf das Hobby, nein, dann gehe ich einfach. Still und leise.

Dieser Artikel war ursprünglich ein Kommentar, ist aber zu gut, um im Verborgenen zu bleiben ;)

Members only!

Wer schon mal einen eigenen Cache versteckt und ein Listing bearbeitet hat, der wird die Checkbox entdeckt haben, hinter der steht: “Check if you only want Premium and Charter Members to view this cache.” Das bedeutet, dass nur Premium-Mitglieder, an Groundspeak zahlende Geocacher, den Cache im Listing sehen werden.

In Paderborn wird gerade heiß über den Sinn oder Unsinn von “Premium Caches” diskutiert. Auslöser war ein Mystery-Cache, der in der genannten Weise eingestellt wurde. Ich habe mir mal eine Abfrage (Pocker Query) erstellt, und siehe da: Im Umkreis von 100 Kilometern gibt es tatsächlich 86 “Premium-Member Caches”. Das hätte ich nicht gedacht, denn in der näheren Umgebung von Paderborn ist es tatsächlich nur einer.

Entsteht hier eine neue Spielart oder gar eine Ausgrenzung oder sind die Caches ein Benefit für zahlende Cacher? Wie seht Ihr das? Wo liegen die Berechtigungen oder die Kritikpunkte für Premium-Member Caches?
Wenn im realen Leben schon hitzige Diskussionen entstehen freue ich mich über einen lebendigen – aber bitte auch sachlichen – Gedankenaustausch.

Friedwald für TBs eröffnet in Paderborn

FriedwaldGestern wurde er angelegt, heute eröffnet: Der erste Friedwald für TBs und Coins. Eigentlich nur ein schlichter Tradi, doch aber auch Ruhestätte und Gedenkstätte für die unzähligen reisenden Gesellen, die bei ihren Missionen auf der Strecke geblieben sind.

Als Theologe bin ich der Meinung, dass wir einen Ort des Abschieds brauchen, ein schnödes “Mark item missing” wird den Verschwundenen nicht gerecht. Häufig haben sie doch interessante Reisen und ganz persönliche Geschichten, die wir mit anderen teilen wollen. Die noch junge Form der Bestattung im Wald erscheint mir für die mit dem Hobby Geocaching verbundenen Objekten die geeignete Form zu sein. Deshalb diese Gedenkstätte.

Gologt wird übrigens im ausliegenden Kondolenzbuch, beerdigt wird per “Note”.

Forst(wirtschaftlicher) Verkehr?

Wie war das doch noch in meinem letzten Log bei geocaching.com? Also: Ich dachte immer, der forstwirtschaftliche Verkehr, der laut der Schilder auf manchen Waldwegen erlaubt sei, bezöge sich auf motorisierte Fahrzeuge jeglicher Art. Dass man aber beim Geocaching Umwege gehen muss, weil auf einem Waldweg ein 4×4-Fahrzeug geparkt ist, das sich rhythmisch bewegt, das war mir neu. Naja, der Cache war ja schließlich auch “Musik im Wald”, und die wilden Zeitgenossen wohl nicht von “Pimp my car” sondern von “Pimp in the car”! Was macht der diskrete Geocacher? Nein, keine Fotos und kein Video, das zehn Minuten später auf Youtube zu sehen ist! Er macht einen Umweg und gelangt trotzdem noch an die ersehnte Dose. Den Liebestollen mit dem HX-Nummernschild wünscht er gutes Gelingen.

Und die finale Erkenntnis:

Willst Du zu zweit alleine sein,
dann fahr nicht in den Wald hinein!
Denn nicht allein der Jägersmann,
der Dich dort schnell erspähen kann.
Auch der wandernde Gesell
entdeckt dich dort mitunter schnell!
Der Geocacher, lass Dir sagen,
der sieht Dich auch auf düstren Pfaden.
Statt in dem Auto dich zu winden,
kannst Du ein andres Plätzchen finden:
Den Schlüssel dreh’ und fahre schnell
ins nächstgelegene Hotel!