11.10.2010   +++   4.11 Uhr MESZ   +++   at home   +++
Gehört dieser Rücken wirklich zu mir?
Der Schmerz weckt mich.

Was zuvor geschah!
Einige Tage vorher….
Es ist Mai 2008 und ich schaue mir diese komische Geocaching-Seite an, um auszuschließen, dass bei diesem Spiel scharfe, langbeinige und wunderbare blonde Mädchen mitspielen.
Dann sehe ich da eine Top-Ten und den Cache „Yin und Yang“ – ja und genau so etwas habe ich gesucht. Der Padertaucher macht Ying ich Yang und nach drei Stunden gehen wir glücklich und zufrieden händchenhaltend zum Schatz. Was brauche ich noch? Steht ja alles da. Seil, schnell ab in den Keller und alle Seile – ob dick oder dünn – schnell mal auf 30 m zusammengeknotet, Mathe Repetitorium aus der Kellerbücherkiste, 2 Flaschen Wasser, 2 Stifte na – fertig oder?!
Schatz kommt die Treppe runter und sieht mein emsiges Treiben. Wie Realostinker natürlich immer so drauf ist, sagt er mir gleich dass das so nicht geht und wir brauchen ein Team sonst geht das eh nicht. Team! Bin ich nicht Team genug! Na dann eben nicht! Schatz lächelt dieses gemeine Lächeln und verzieht sich zum Glück wieder. Ich verräume meine Seile die wunderbar gehalten hätten und lese Weiberabend um runter zu kommen. Selten einen Mann gesehen der sich so sträubt einen netten Sonntag mit viel Abenteuer und seiner Frau zu erleben. Selbst Schuld!
Die ausgedruckte Beschreibung verfolgt mich noch länger und landet dann irgendwann im Altpapier.

Thomas69 und SnakesCityCachers kommen 2010 zum Grillabend vorbei und klasse, den Cache wollten sie auch immer mal machen. Netterweise nehmen sie alles in die Hand und siehe da, der 10.10.2010 sollte kommen: endlich Yin und Yang.

Es ist 5.25 Uhr. Voller Elan geht es los, um Flamin8Ball abzuholen. Dann stehen 20 Cacher am Parkplatz und alles kann beginnen! Absolut klasse und ich freue mich schon so. Wir sind das „Bauteam“ und wissen noch nicht, dass einer von uns auch eine Schwimmaufgabe zu erledigen hat. Der Eine weiß das zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht.

Es klappte anfangs auch nur schleppend, denn Reflektoren sucht man tatsächlich lieber im Dunkeln.  Dann aber waren wir wieder super in der Zeit und die Hände verfärbten sich von Blau auch wieder zu Weiß. Die Kälte im Wald ist im Oktober schon so eine kleine Nahtoderfahrung.
Ich war froh, dass AllisonV12 geklettert ist – und das hat er super gemacht. Zack hoch und zack, hier und da. Alles ging flott und sah richtig gekonnt aus. Nicht wie ich da unsportlich am Seil gebaumelt hätte. Flamin8Ball ist dann auch geklettert… Ich weiß nicht ob ich gerade zu viel verrate, ich bin mal lieber ruhig, was so die Stationen angeht. Oder?

Station 5 war es und da sollte man doch tatsächlich im Oktober schwimmen! Ich unterhalte mich gerade so nett und schaue mal rüber zu Schatz. Und der steht im Wasser.  Gut gelaunt, mit Kompass und quatscht rum. Alles ok! Na dann unterhalte ich mich halt weiter und höre nur ein „Plasch“!  „Wird wohl Cachehund Lissi gewesen sein“, denke ich, und meine Welt ist noch vollkommen in Ordnung.

Nicht die von Schatz. Als er da pudelnass stand, war mein erster Gedanke: „Scheiße, jetzt müssen wir heim… der wieder!“ Mein zweiter Gedanke war dann aber schnell „Schatz trösten und kein Mitleid vortäuschen sondern wirklich haben“. Wir sind dann schnell heim und ich durfte mit Halbnacktschatz auf der Aludecke bei gefühlten 47 Grad im Auto schnell @ Home düsen. Durch den Wärmeschock wäre ich am liebsten ins Bettchen gefallen. Na aber das ging ja gar nicht. Schatz musste schnell heiß duschen und dann: zack, zack wieder ins Auto.

Wir haben unser Team an der „Seilbrückenbaustelle“ wiedergefunden. Flamin8Ball hat mit Hilfe von fast allen eine klasse Brücke gezaubert. Die beste Brücke, die dieser Fluss jemals gesehen hat. Nein wirklich!  Alles war super, bis ich da – mental fünfjährig – angeben musste, wie toll ich hüpfen kann, um dann gleich darauf das Gleichgewicht zu verlieren, um fast ins Wasser zu fallen. Abgehalten hat mich nur der Biss ins Seil von Thomas69 und das Anspannen vom Po und Rücken. Wilde Schwingeinlagen halt. Ich bin dann zuckend und klapprig wieder zurück und habe mal so getan, als ob ich das immer so mache, wenn ich über Seilbrücken gehe. Ein bisschen rumschaukeln, angeben, fast reinfallen und dann zittrig kriechend zurück.

Das Team war einfach große klasse und ich kann nur jedem raten diesen Cache zu machen.
Heute sehe ich auch meine kleine Aktion aus 2007 etwas differenzierter J und ich würde hier aber nie und niemals schreiben das Schatz irgendwann mal recht gehabt hätte.
Schön war es auch die einzelnen Cacher mal einfach zu sehen oder sogar auch kennen lernen zu dürfen.
Das Final war dann doch etwas schwieriger und irgendwann war es dann aber auch geschafft. Müde, glücklich und hungrig dann zurück zum Parkplatz und dank Pitchbulls gab es dort eine Eisbiererfrischung und einen gelungenen Vorortausklang.

Der Ausklang des Abends war dann bei Sibille Ostmann in Schlangen und das war wirklich perfekt. Birgit hat eine Stunde vorher mal eben einen Tisch für 20 Personen bestellt. Das hat alles hervorragend geklappt und das Essen war superlecker. Dann kam aber schnell die Müdigkeit und wir alle saßen da mit diesen roten Kleinkindwangen die verraten dass es jetzt Zeit wird für ein Sofa. Ich hätte gerne noch Teamknuddeln gemacht aber mein dicker Schnitzelbauch hat mich dann doch davon abgehalten und vielleicht auch die Tatsache, dass der eine oder andere Muskel in den Oberarmen und am Rücken die letzten 10 Jahre nicht so gefordert wurde wie heute.

Ich möchte mich bei allen bedanken für einen wirklich spannenden, anstrengenden und verrückten Sonntag. Es war wunderbar!

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